Erfahrungsbericht Sensomotorikeinlagen Marco Peich

Zu meiner Person:

Name: Marco Polo Peich
31 Jahre alt, 1,88m, 77 kg (BMI 21,8 kg/m²)
Webseite: www.marco-polo-peich.de
Beruf: Arzt (Orthopädie/Unfallchirurgie),
seit 1994 Triathlet
seit Dezember 2009 mit Sensomotorikeinlagen
Laufschuhe: Mizuno Wave Elixir 5, Mizuno Wave Ronin 2
Laufstil/-typ:

„vorderer Mittelfußläufer“

Pathologien:

Spreizfuß mit Metatarsalgie, Achillodynie

Trainingsumfang: je nach Saisonphase 12 – 34 Wochenstunden
(30-120 Laufkilometer/Woche)


Aufgrund meines Studiums und der ersten Jahre im Beruf hatte ich meine sportlichen Aktivitäten etwas reduziert und hatte dem Triathlon vorrübergehend den Rücken gekehrt. Ich fuhr hauptsächlich Mountainbike-Marathonrennen.

Im Herbst 2008 beschloss ich dann den Wiedereinstieg in den Ausdauerdreikampf , allerdings sollte es nun die Langdistanz –mit dem seit Jahren gehegten Traum Hawaii sein. Um meinen Bewegungsapparat aber nicht vollständig zu überrumpeln –wohl wissend, was für Trainingsumfänge auf mich warteten war zunächst ein langsamer Aufbau mit einigen Mitteldistanzen und kontinuierlicher Umfangssteigerung geplant.

Die Saison 2009 ließ sich gut an, ich erzielte einige gute Wettkampfergebnisse ( ITT Ferropolis Platz 33, CTW Köln Platz 29), aber zum Saisonende stellten sich die ersten „Schäden“ ein: ich hatte beim Laufen Schmerzen in der rechten Achillessehen und immer häufiger (teilweise auch bei längeren Radeinheiten) Schmerzen im rechten Mittelfuss.

Ich entschloss den geplanten Berlinmarathon nicht zu laufen und machte stattdessen eine verlängerte (Lauf-) Saisonpause. Ich unternahm verschiedenste Therapieversuche–in der Hoffnung beschwerdefrei wiedereinsteigen zu können… ABER die beiden Plagegeister gaben trotz NSAR-Stoßtherapie, Aniflazym, Voltarenphonophorese, Ultraschall, detonisierender Physiotherapie, isometrischer Kontraktionsübungen und Reizstrom keine Ruhe: ich litt weiter in wechselnder Intensität unter meiner Metatarsalgie und vor allem der Achillodynie.

Ich lief bis dahin ohne Einlagen (trotz des Wissens über meinen mäßigen Spreizfuß) und seit Jahren den Asics DS Trainer.

Ich begann nach weiteren Alternativen zu suchen und machte mir Gedanken über eine erneute Einlagenversorgung –als Kind hatte ich jahrelang konventionelle (statische) orthopädische Einlagen –allerdings waren diese immer nur sehr bedingt sport- und sportschuhtauglich.
Im Rahmen der Wettkampfmesse beim ITT Ferropolis fiel mir der Stand des Sensomotorikzentrums Berlin auf. Ich erinnerte mich noch irgendwo einen Flyer zu haben.

Ich beschäftigte mich zunächst etwas mit dem Konzept der sensomotorischen Einlagen und entschied mich dann diese auszuprobieren. Ich vereinbarte einen Termin in Berlin.
Nach einem eingehenden Gespräch, wurde der körperliche Status routiniert und professionell erhoben. Es folgten statische und dynamische Fußdruckmessungen, ein Fußabdruck, sowie eine Gang- und Laufvideoanalyse.
Nach ca. 14 Tagen waren meine Einlagen fertig. Die Passung der Einlagen war sehr gut, sie hatten ein sporttaugliches Gewicht und auch die erste Anprobe vermittelte einen guten Fersenkappensitz –hier hatte ich mit konventionellen Einlagen früher häufig ein „Schlapp-Gefühl“.

Ich war sehr gespannt auf meinen ersten Trainingslauf: es sollte ein 10km GA1 Lauf sein, die ersten Meter waren ungewohnt, vor allem der vordere „Powerspot“ im Bereich der lateralen Zehen und die retrokapitale Pelotte vermittelten mir den Eindruck „mit den Foltergeräten hälst Du keine 1000 Meter durch“ –doch es kam anders!
Nach und nach wich der Eindruck „etwas im Schuh zu haben“ dem Gefühl heute irgendwie aufrechter zu laufen und einen kräftigeren Abdruck zu haben.
Am Ende blieb ein gemischter Eindruck –erstmal abwarten..
Der Folgetag brachte ordentlichen Muskelkater in beiden Waden mit sich.

Ich lief nun jede Trainingseinheit mit den neuen Einlagen –das aufrechte Gefühl blieb, der Muskelkater und auch die Metatarsalgie verschwanden vollständig. Was zunächst noch blieb war die schmerzende Achillessehne –allerdings wurden die Beschwerden weniger und stellten sich meist nur noch nach längeren Läufen und unzureichendem Dehnen ein. Nach ca. 3 Wochen entschied ich mich meinen DS Trainer gegen einen Schuh mit geringerer Sohlenbreite im Fersenbereich und damit geringerer Winkelbeschleunigung und Belastung auf die Achillessehne zu wechseln; seitdem laufe ich den Mizuno Wave Elixir 5 im Training und im Wettkampf den Wave Ronin 2.

Neben dem „eigentlichen Trainingseffekt“ beim Laufen wird, durch die Einflussnahme der Spots der Einlagen auf die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, diese besonders aktiviert, bzw. durch die veränderte Vorspannung der Muskeltonus reduziert –diese theoretisch klingenden Dinge kann man (ich) aber auch ganz praktisch erfahren (-laufen) und sogar messen: die Wadenmuskulatur ist spürbar weicher geworden, d.h. in Ruhe zerrt kein erhöhter Muskeltonus mehr an der malträtierten Achillessehne und meine Fußdruckmessung weist ein deutlich normalisiertes Muster im Quergewölbe auf –der Spreizfuß ist weniger stark.

Die Schuh-Einlagen-Kombination laufe ich mittlerweile seit ca. 2000 Km (inkl. Schuh- aber ohne Modellwechsel) und bis auf gelegentlichen Muskelkater habe ich keinerlei Probleme mehr –daher habe ich neben der Laufschuhversorgung nun auch bald eine spezielle Radschuheinlage, denn hier meldet sich nach langen Ausfahrten noch gelegentlich der Mittelfuß….

Marco Peich - Triathlet seit 1994
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